Kindergipfel 2010

Das war der Kindergipfel 2010

Alle in einem Pott

Unter diesem Motto wird Beteiligung von Kindern umgesetzt
6. Kindergipfel der Evangelischen Jugend von Westfalen als großes Kulturfest

 04.07.2010

Was ist eigentlich der Pott? Hat er einen Henkel, ist er beweglich, ist es vielleicht ein Jackpott, Blumenpott, Klopott oder gar ein i-Pod? Diese Frage hat die 350 Besucher und Besucherinnen des diesjährigen Kindergipfel der Evangelischen Jugend von Westfalen an diesem Wochenende (02. - 04.07.) in der Zeltstadt des Parks von Haus Villigst in Schwerte seit der Eröffnung am Freitagabend beschäftigt.
Am Ende des Gipfels war es dann klar: Der Pott, das sind wir! Alle in der Region des Ruhrgebietes, mit allem, was die Kinder und Erwachsenen dort für das Leben in der Gemeinschaft mit einzubringen haben.
Ganz bewusst griff der Kindergipfel 2010 damit das Thema Ruhrgebiet und Kultur auf, so Elke Kaika Projektleiterin vom Amt für Jugendarbeit der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW). "Uns lag es am Herzen die regionale und kulturelle Vielfalt, aber auch Unterschiedlichkeiten von Kindern sichtbar zu machen und zu schätzen, und so einen Bogen zur Kulturhauptstadt Ruhr.2010 zu schlagen", erläuterte Elke Kaika.

Kindergipfel mit Folgen
Landesjugendpfarrer Udo Bußmann begrüßte die jungen Gäste aus neun Kirchenkreisen in ganz Westfalen, die in Gruppen angereist waren, um dem Großereignis beizuwohnen. Bußmann nutzte die Gelegenheit, um den Kindern des letzten Gipfels von 2008 ausdrücklich zu danken, dass sie damals die Kinderresolution mit unterschreiben haben und somit der gesamten westfälischen Landeskirche den Auftrag gaben, sich mit der Kampagne "Lasst uns nicht hängen!" gegen Kinderarmut einzusetzen.

Murmelbahn, Kinderzirkus und Nashörner
Mit dem Samstagvormittag wurde es richtig aktiv. In 18 Workshops hatten die Kindern die Möglichkeit selbst aktiv zu werden. Es wurden unter anderem Murmelbahnen gebaut, im Kinderzirkus Kunststücke eingeübt, Körbe geflochten, Outdoor gekocht, Einrad gefahren oder entspannt. Am Nachmittag gab es Aktionen wie Waffelbacken, am Schokobrunnen naschen, Popcorn knabbern oder in die Bäume von Haus Villigst klettern wie die Profis. Es gab aber auch regionale Besonderheiten. "Welche Stadt außer Dortmund hat schon so viele Nashörner zu bieten?" sagte sich eine der Dortmunder Gruppen und wählten zu ihrer Besonderheit die künstlerisch gestaltete Nashornfiguren mit Flügeln, die nach einer Kunstaktion zahlreiche an unterschiedlichen Stellen in der Stadt Dortmund zu sehen sind. So entstand auf dem Kindergipfel ein Riesen-Memorie und viele Kinder konnten Nashörner selbst kunstvoll verschönern.
"Das macht den Kindergipfel immer zu etwas ganz Besonderem", erzählt Elke Kaika "Durch die tollen Beiträge von allen Gruppen, die jedes mal zusammen kommen, wird der Gipfel von jedem Kind auf eine wunderbare Art bereichert."

Public viewing auf Kinderart
Bereits im Vorfeld war den Teilnehmenden zugesagt worden, dass, sollte an diesem Wochenende ein entscheidendes Spiel der Deutschen Nationalmannschaft anstehen, natürlich die Möglichkeit da sein würde, dies gemeinsam zu verfolgen. So beobachteten dann schließlich am Samstag rund 600 Augen mit Spannung die Partie Deutschland gegen Argentinien auf Großleinwand. Jeder Angriff der Deutschen Mannschaft wurde laut bejubelt und spätestens nach dem vierten Tor hielt es kein Kind mehr auf den Isomatten. Schon vor dem Spiel räumten die kleinen Fußballexperten Deutschland die besten Chancen ein, dass es dann tatsächlich so kam und die eigene Mannschaft den Sieg sogar mit 4:0 nach Hause trug, beflügelte den weiteren Verlauf der Veranstaltung noch zusätzlich.

Kultur ohne Ende
Wenn schon Kultur, dann aber richtig! Ganz nach diesem Motto wurden die Gäste am Samstagabend auch noch mit dem Kindermusical "40 Tage auf dem Turm" vom Liedermacher Frank Bernhardt und den CRibbel-Kids aus Castrop Rauxel nach dem gleichnamigen Buch von Elke Kaika verwöhnt. Die lebendige Geschichte der Maus Adiva, dem Wetterhahn, dem Schiffskater und dem schillernden Traumvogel begleitete die Kinder schon 2008 durch die Vorbereitungen für den Gipfel und konnte nun mit vielen Mitmachliedern noch mal durchlebt werden.

Kinder in Bewegung
Ob bei den über 15 Workshopangeboten am Samstag Vormittag, dem Bühnenprogramm, dass durch die Veranstaltung führte, oder dem Kindermusical, den Kindern war die Hitze, die manchen Erwachsenen zum Verzweifeln brachte, kaum anzumerken. Mehrere hundert Liter Getränke, Sonnencreme, Gartenschlauch und Wasserrutsche hielten die quirligen Besucher bei Laune. Gemeinsamen singen, tanzen, basteln, turnen und spielen wurden so mit großer Freude genossen. Selbst die eingetroffene Unwetterwarnung am Samstag konnte die Stimmung nicht trüben. Schnell wurde Plan B in Kraft gesetzt und 350 Menschen zogen aus den Zelten in die Tagungsräume von Haus Villigst um.

Einen Gruß in die Welt
Nach gut überstandenem, recht harmlosen Unwetter, was wettererprobte Kindergipfelkinder gar nicht schocken kann, fand bei schönstem Sonnenschein am Sonntagmorgen zunächst die Verleihung der neuen KÜV-Plaketten (Kirchlicher-Überwachungs-Verein) statt. Kinder können ihre Gemeinde alle zwei Jahre einer Prüfung unterziehen, ob ihre Gemeinde kindertauglich ist und es dort heißt: Kinder herzlich Willkommen! In diesem Jahr konnte guten Gewissens allen Anträgen zur Verlängerung stattgegeben werden.
Schließlich fand das große Kinderkulturfest mit dem Abschlussgottesdienst sein Ende. Als Gruß in die Welt wurden kleine Papierschiffchen erstellt, mit Segenswünschen versehen und von den Kindern schließlich auf die Ruhr gesetzt. Die Hoffnung besteht, dass das ein oder andere Bötchen den Pott durchquert, die Ruhr erfolgreich besteht, den Rhein bewältig und schließlich die Grüße vom Kindergipfel 2010 auf das große weite Meer hinausträgt.

Bernd Hillebrand, Geschäftsführer des Amtes für Jugendarbeit der EKvW und Mitorganisator des Gipfels fasste seine Eindrücke folgendermaßen zusammen "Das war wirklich ein Abenteuergipfel! - Hitze zum Umfallen und Unwetterwarnung. Aber wieder ist alles gut gegangen und allen hat es wahnsinnig Spaß gemacht. Was wollen wir denn mehr?"

Der Kindergipfel der Evangelischen Jugend von Westfalen ist ein westfalenweites Beteiligungsprojekt mit Kindern, das erstmals 1999 stattfand. Seine Initiierung ging auf die Landessynode der Evangelischen Kirche von Westfalen 1997 zurück, in der eine stärkere aktive Beteiligung von Kindern und Jugendlichen im Mittelpunkt der Beratungen stand. Der westfälische Kindergipfel als landesweites Projekt dieser Art zur gelebten Beteiligung von Kindern in der Kirche ist in der Evangelischen Kirche Deutschland einzigartig. Er findet alle zwei Jahre in Haus Villigst (Schwerte) statt.