Freude im Gesicht

Die Freude im Gesicht erwarten

„Wir brauchen alle einen Namen, damit wir wissen, wer wir sind“, singt die Musiktheatergruppe auf der Eröffnungsfeier des Kindergipfels in Schwerte. Die Veranstaltung der evangelischen Kirche von Westfalen läuft unter dem Motto „Mit allen Wassern gewaschen“. Kinder sollen ihren Glauben spielerisch entdecken und sich dieses Jahr mit der Taufe und ihrer religiösen Identität auseinandersetzten. Und das im gemeinsamen Umgang mit Kindern aus den verschiedensten Gemeinden.

Das Programm in der bunten Zeltstadt im Park steht genau wie die Themen schon fest. Was aber aus dem Kindergipfel als Erlebnis hervorgeht, beeinflussen die diesjährigen Teilnehmer. Paul zum Beispiel ist neun Jahre alt und zum ersten Mal dabei. „Von dem Kindergipfel erwarte ich mir viel Spielen, Spaß und vor allem Wasserschlachten. Auch das Theaterspielen wird hoffentlich toll. Ich war schon ein paar Mal ohne meine Eltern weg, trotzdem ist es für mich ein ganz besonderes Ereignis.“

Paul gehört zur größten Gruppe des Kindergipfels. „Wir sind von der evangelischen Jugend Frömen hier und haben 63 Kinder mitgebracht“, erzählt die 16-jährige Sophia Weber, die zum ersten Mal auf dieser Veranstaltung dabei ist. Sophia half fleißig bei den Vorbereitungen mit, unterteilte die Kinder in Gruppe und war schon einen Tag vor Beginn des Kindergipfels da, um die vielen Zelte für die Kinder aufzubauen. „Ich hoffe am meisten, dass die Kinder sich untereinander kennenlernen können und neue Freunde finden. Sie sollen viele Erfahrungen sammeln, den Glauben neu erleben und ein Wochenende auch mal ohne ihre Eltern erleben können.“ Nach der Eröffnung führt sie die Kinder zurück zum Treffpunkt und ist sichtlich stolz auf ihre neue Verantwortung.

In Vorfreude auf das Deutschlandspiel der Europameisterschaft malen sich viele Teilnehmer des Kindergipfels die Nationalflagge auf die Wange. „Ich freue mich schon den ganzen Tag aufs Fußballspielpiel.“, sagt Paul, „das macht für mich den ganzen Gipfel sogar noch besser.“

Genau wie Paul will auch die neunjährige Smella mit ihrer Jugendgruppe „clever“ aus dem Kreis Dortmund das Fußballspiel anschauen. „Ich weiß aber noch nicht, ob ich hingehen kann. Eine Freundin von mir fühlt sich nicht so gut. Wenn es ihr weiter so schlecht geht, bleibe ich lieber mit ihr, damit sie nicht alleine ist.“ Die Jugendleiterin ihres Chors weckte ihr Interesse für den Kindergipfel im Haus Villigst, worauf sie beschloss mit ihren Freunden mitzufahren. Dass sie in einer Zeltstadt schläft, macht ihr nichts aus. „Wir sind ja zu zweit im Zelt, da werde ich nachts schon keine Angst haben.“ Auch eine neue Erfahrung mit ihrem Glauben erwartet sie. „Es geht ja hier um die Taufe. Mit der verbinde ich Geborgenheit und gesegnet zu sein. Wenn es mir so gut gefällt wie bis jetzt, will ich in den nächsten Jahren auf jeden Fall wieder dabei sein.“

Stephanie Gast, 23, betreut die Gruppe von Smella. Sie ist schon seit dem ersten Kindergipfel 1999 mit von der Partie. Damals war sie noch Teilnehmerin, heute ist sie Betreuerin und erinnert sich immer noch gerne an ihre Zeit als Kind zurück. „Ich fand es damals toll, so viele Kinder zu treffen und mit ihnen schöne Sachen zu machen, die mit meinem Glauben zu tun zu haben. Heute genieße ich es, die Fahrt für die Kinder zum Gipfel auf die Beine zu stellen.“ Gast möchte, dass sich die Kinder mit viel Spielfreude an das Thema Taufe heran begeben, sich gründlich damit beschäftigen und eine Menge mitnehmen. Sie ist zuversichtlich auch mit dem wechselhaften Wetter umgehen zu können. „Auf dem letzten Kindergipfel haben wir den Umgang mit dem Regen sicherheitshalber einmal geübt. Wir haben nur 30 Minuten dafür gebraucht alle Zelte draußen ab- und drinnen wieder aufzubauen. Das sollte also für den Erfolg vom Kindergipfel nicht im Wege stehen.“ Ihr persönliches Ziel kann Stephanie hast auf Anhieb formulieren für den Kindergipfel formulieren: „Am wichtigsten ist es, dass die Kinder Spaß haben und alle mit einem Freudestrahlen nach Hause kommen.“

Alexander Kauschanski | NEWS4U