Kinder stellen...

„Kinder stellen die wirklich wichtigen Fragen“

Über 200 Kinder und mittendrin Präses Annette Kurschus. Die leitende Theologin der Evangelischen Kirche von Westfalen eröffnete den Kindergipfel unter dem Motto „Mit allen Wassern gewaschen“. Die Evangelische Jugend von Westfalen veranstaltet den Gipfel im Haus Villigst bis zum Sonntag.

Interview: Marie Kirschstein, news4u Nr. 7

Frau Kurschus, sind Sie mit allen Wassern gewaschen?

Also, ich bin jedenfalls getauft.

Was erwarten Sie vom Kindergipfel unter dem Motto „Mit allen Wassern gewaschen“?

Ich freue mich auf die Eröffnung, vor allem auf das Musical. Und ich bin gespannt, wie an dem Wochenende das Thema „mit allen Wassern gewaschen“ mit der Taufe, um die es hier in den nächsten Tagen geht, in Verbindung gebracht wird.

Wie würden Sie selbst das verbinden?

Die Taufe bewirkt nicht, dass man vor allen Gefahren und Problemen des Lebens gefeit ist. Sie ist nicht wie ein magisches Schutzmäntelchen, das sich um uns legt. Aber sie bedeutet, dass wir in allen Gefahren und in allem Schrecken in unserem Leben von Gott behütet sind.

Und das soll den Kindern auch an diesem Wochenende vermittelt werden?

Unsere Landeskirche ist stolz, dass wir diesen Kindergipfel haben. Es ist etwas ganz Besonderes, was unser Amt für Jugendarbeit hier alle zwei Jahre veranstaltet.

Wieso gibt es den Kindergipfel überhaupt?

Weil wir Erwachsenen entdeckt haben, wie wichtig die Kinder in der Kirche sind. Und nicht nur dort, sondern überhaupt auf der Welt. Kinder stellen oft die wirklich wichtigen Fragen. Sie geben uns Erwachsenen bedeutsame Hinweise und Tipps.

Wie wichtig ist Ihnen das Engagement von Kindern in der Kirche?

Es ist unverzichtbar, denn Kinder sind oft ganz große Theologen. Sie betrachten manche Fragen aus einem Blickwinkel, den Erwachsene gar nicht haben. So kommen sie dem Geheimnis Gottes manchmal näher als wir.

Wo können sich Kinder in der Kirche einbringen?

Sie können uns Große immer wieder fragen. In der Familie, im Kindergottesdienst, im Gottesdienst und natürlich da, wo es Angebote für Kinder gibt.

Was tun Sie konkret für mehr Beteiligung von Kindern in der Kirche?

Ich unterstütze alles, was mit Kinder- und Jugendarbeit zu tun hat. Wir übernehmen dadurch, dass wir Kinder taufen, große Verantwortung. Die Taufe setzt einen Anfang; wir wollen die Kinder dann auch auf ihrem weiteren Lebensweg begleiten. Ich versuche daran mitzuarbeiten und teilzuhaben.

Wo kommen Kinder in der Kirche noch zu kurz?

Wir müssen aufpassen, dass wir Kinder nicht lediglich als Menschen in einem Durchgangsstadium auf dem Weg zum Erwachsensein betrachten. Kind sein hat einen eigenen Wert und einen eigene Würde, und das dürfen wir nicht vergessen. Kindergottesdienste zum Beispiel dürfen nicht nur ein reines Betreuungsangebot sein, sondern sie brauchen eine kindgemäße Liturgie mit kindgemäßer Botschaft.

Wie hier beim Kindergipfel?

Ja, das ist klasse hier. Ich erlebe Villigst sonst nur gemeinsam mit Erwachsenen. Dass hier jetzt mal so viele Kinder aufeinandertreffen, finde ich toll. Das verändert den Ort positiv.