Ein Clown...

Eine Clown hat keine Feinde

„Wenn du ein Clown bist, dann hast du nur Freunde“, sagt Johanna Luther und lacht. Die Kinder sind begeistert, denn ihr Lachen steckt an. Die Mädchen kichern, die Jungen prusten los. Im Workshop „Wie heißt mein Clown?“ geht es drunter und drüber. Es wird getanzt, Theater gespielt und vor allem viel gelacht.

Johanna kommt aus Castrop Rauxel und ist professioneller Clown. Sie arbeitet mit Kindern und Jugendlichen, aber auch mit Senioren sowie Menschen mit Behinderung gemeinsam in Workshops und Projekten – und bringt alle zum Lachen. In Krankenhäusern besucht sie die Patienten der Kinder- und Jugendstationen und betreut sie mit viel Witz und Humor: „Ich frage immer, ob ich mit meiner roten Nase hereinkommen kann. Wenn die Kinder erst ‚Nein‘ sagen, mache ich es trotzdem. Und dann singen, tanzen wir gemeinsam oder spielen mit Luftballons.“

Wenn Johanna eine rote Nase trägt, dann nennt sie sich nicht bei ihrem richtigen Namen, sondern verwendet ein Pseudonym. „Als Clown heiße ich Nanna Roso“, erklärt sie und zieht eine Grimasse. Und diese Verwandlung ist das, was die Kinder und Jugendlichen, aber auch die Erwachsenen an ihr lieben.

Im Workshop anlässlich des Kindergipfels bekommt zuerst jedes Kind eine rote Clownsnase. Die hat Johanna selbst gebastelt, aus Tischtennisbällen. Dass ein Clown nicht nur Witze erzählt und herumalbert ohne viel darüber nachgedacht zu haben, finden die Teilnehmer schnell heraus.

„Was ist überhaupt ein Clown? Und was macht der?“, fragt Johanna die auf dem Boden im Kreis sitzenden Kinder. „Clowns machen Blödsinn, damit wir Spaß haben“, ruft ein Junge. Doch im Workshop lernt der Nachwuchs, dass das Clownsdarsein noch viel mehr bedeutet. Ein Clown ist dafür da, traurige Menschen aufzuheitern und zu trösten. Gemeinsam erinnern sich die Workshop-Teilnehmer an traurige Erlebnisse und Situationen aus ihrem Leben und überlegen, welche Form von Aufheiterung sie in einer solchen Situation gebraucht hätten. „Wenn ihr zum Beispiel eine Sechs in Mathe geschrieben habt, dann macht der Clown dir vor, dass er noch viel weniger in Mathe kann als du. Er versucht zu zählen und vertauscht alle Zahlen.“, nennt Johanna als Beispiel.

Wer ein guter Clown sein möchte, der muss wach sein. Deswegen beginnen die Kinder mit kleinen Warm-Up-Übungen und ein Sprachtraining. Und immer wieder gibt es Bewegungsspiele. Der Workshop-Raum ist zwar klein, aber den Kindern reicht der Platz, um zu toben.

Im Laufe des Tages lernen die Kinder selbstbewusst aufzutreten und sich auf einer Bühne zu präsentieren. Nebenbei lernen sich die Teilnehmer aus den unterschiedlichen Städten Westfalens besser kennen.

Am Ende des Workshops hat jedes Kind seine eigene Clownsfigur entwickelt und für sich einen Namen gefunden.

Als Erinnerung dürfen die Kinder ihre Clownsnase mit nach Hause nehmen, „die kleinste Maske der Welt“, wie Johanna sie nennt.