Mit Wasser...

Mit Wasser Kreativität entdecken

Nachdem der Kindergipfel eröffnet wurde, verteilen sich die Kinder am Samstag auf verschiedene Workshops, die sich rund um die Themen Glauben, Wasser und Taufe drehen. Schließlich ist das Motto „Mit allen Wassern gewaschen“. Auf dem großen Veranstaltungspark, zwischen den Zelten, auf hohen Bäumen und in die Nähe der Ruhr bewegen sich die rund 240 Teilnehmer des Kindergipfels.

Im Haus der Mediothek tönen heitere Stimmen und laute Tanzmusik. Hier finden kreative Performances statt. „Fünf, sechs, sieben, acht ...“, zählt die Leiterin des Workshops „Wasserblues und heiße Sohlen“, während sie mit den Kindern die Choreografie einstudiert. Die drehen sich, schwenken ihre Arme und tanzen im lichtdurchfluteten Tanzraum mit dem Wasser.

Im Theater- und Clownworkshop sollen die Kinder ihre inneren Barrieren abbauen, neue Rollen entdecken und mit ihrer Identität spielen. Angefeuert von der engagierten Gruppenleiterin werden sie zum Vampir. Dann werfen die Teilnehmer einen Ball hin und her und versuchen, ihn dabei mit Emotionen zu füllen. Mit einem Wurf ist der Ball wütend, mit dem nächsten ist er verliebt. Und so ändern sich auch die Gefühle der Kinder.  Dann entwickeln sie in einem Rollenspiel Figuren, zum Beispiel eine 98-jährige Stiefmutter mit dem Namen Gisela Müllenhoff. Die Kinder bauen drumherum ihre eigene Geschichte und lassen dabei ihre Fantasie wachsen.

Kreative Wasserwelt

„Macht uns nicht nass“ fordert eine Gruppe auf der Wiese neben dem Zirkuszelt. Was steckt dahinter? „Wir wollen hier einen Springbrunnen bauen. Dazu haben wir eine kleine Pumpe, ein Drahtgestell und einen Schlauch, der durchläuft“, erzählt Maike Zeipelt. Sie leitet den Workshop und hilft den Kindern ihre kreativen Ideen im Brunnen verwirklichen zu können. „Die Kinder sollen lernen, wie sie mit dem Element Wasser künstlerisch umgehen.“

Ein paar Meter weiter basteln die Kinder Ocean Drums. Sie bemalen bunte Pappen, kleben sie zusammen, füllen sie mit Reis und verschließen sie. Mit dem fertigen Instrument können die Kinder die Luft mit den Geräuschen von Wellen, Regen und Meeresrauschen füllen. „Ich habe viel Fingerspitzengefühl und Geduld gebraucht bis ich fertig war. Trotzdem hat es viel Spaß gemacht“, erzählt der 11-jährige Bastian.

Über sportliche Grenzen steigen

Am Workshop „Hoch hinaus“ stehen Grüppchen mit gelben Helmen an zwei hohen Bäumen durch deren Äste sich Sicherungsseile spannen. Ein junges Mädchen steigt auf einen leeren Wasserkasten nach dem anderen bis zum dicken Ast, an dem alle Sicherungsseile hochlaufen.
Ihre Gruppe steht um sie herum, sichert sie ab, passt auf, dass ihr nichts passiert. Die 13-jährige Nele schickt gerade einen weiteren Wasserkasten hoch und ist schon ein wenig nervös als nächste hochzuklettern. „Trotzdem vertraue ich ja den anderen Kindern. Falls ich runterfallen sollte, halten sie mich.“ Aron ist Kletterprofi und leitet den Workshop. „Du kannst alles“, ruft er dem unsicheren Mädchen auf dem Kastenberg zu. Dann erklärt er: „Der Gruppenzusammenhalt ist bei unserem Workshop total wichtig. Die Kinder können ihre Grenzen austesten, bilden Vertrauen und können über sich selbst hinauswachsen. Und das im wahrsten Sinne des Wortes.“

Wasserkünstler

Auf der anderen Seite des Parks, graben die Kinder ein Loch in den Rasen und wollen Wasser aus der Ruhr in ihn hineinpumpen. Die kleinen Ingenieure entdecken hier bei „Wasser marsch“ ihre Fähigkeiten, zusammen etwas Größeres zu schaffen.

Daneben treffen metallene Hämmer auf hartes Eis, Eissplitter fliegen durch die Luft, Bunsenbrenner modellieren die Eisfläche. Jedes Kind will mit seiner Eisskulptur eine eigene Idee verwirklichen. Der 10-jährige Marco plant ein Haus aus Eis. Wie viele Stockwerke es haben soll, weiß er aber noch nicht. Freja ist 8 Jahre alt und versucht ein Herz zu formen. „Ich finde es schön und es ist nicht so anstrengend, wie es aussieht. Wenn das Eis wieder zu Wasser zerfließt werde ich auch nicht traurig sein. Zu Hause haben wir genug andere Herzen.“ Hannes und Maurices Eisskulptur lässt sich dabei auf dem ersten Blick keiner besonderen Form zuordnen. „Wir machen ein abstraktes Kunstwerk“, verkünden sie und hämmern motiviert weiter auf den Eisblock ein.

Etwas ruhiger geht es bei „Wir Kinder sind ganz schön helle“ zu. Dort gestalten die jungen Teilnehmer ihre eigenen Taufkerzen. Der siebenjährigen  Leonie kommt es so vor, als säße sie schon seit 1000 Jahren an der Gestaltung. „Trotzdem macht es mir immer noch viel Spaß“, sagt sie lachend. Die Workshopleiterin Christina Hillebrand erklärt, dass die Teilnehmer zwei große Taufkerzen für den Gottesdienst am nächsten Tag mit Herzen, Sonnen und bunten Mustern beklebt haben. „Danach machen sie eine Kerze für sich zu Hause. Mir hat gefallen, wie schön die Kinder zusammengearbeitet haben.“ Eine Aussage, die wohl für alle Workshops steht.

Alexander Kauschanski, NEWS4U