Theater ...

Theater aus Nichts

Schauspieler proben eigentlich Theaterstücke, um sie auf der Bühne und vor Publikum aufzuführen. Sie möchten eben zeigen, was sie erarbeitet haben und sich damit vor anderen präsentieren. Eigentlich. Nicht so bei Merlin Volk.

Wenn die Theaterpädagogin mit Kindern und Jugendlichen zusammenarbeitet, dann nicht, um anschließend ein Stück aufzuführen. Sie möchte, dass der Nachwuchs Erfahrungen sammelt und etwas für sich im Miteinander mit den andern lernt.

Gespielt wird nach Vorlage. Es wird improvisiert. Abgesehen von einer Ausnahme: Drei Charaktere sind vorgeschrieben. Diese wählen die Teilnehmer aus und dienen als Leitfaden der Szenen.

Im Theaterworkshop beim Kindergipfel geht es sehr lebendig zu. Nach dem gemeinsamen Aufwärmen sowie einem Sprach- und Stimmtraining, lesen die Kinder gemeinsam ein Märchen. Das wollen sie später auf die Bühne bringen. Requisiten werden sie nicht benutzen, nur ihre Stimme und ihren Körper.

Gemeinsam überlegen sie, wie man die Geschichte mit Geräuschen und Worten unterlegen könnte. Sie verteilen die Rollen und fügen spontan neue Märchenfiguren hinzu. Auch die Handlung verändern sie beliebig.

Die Kinder sind begeistert von der fantastischen Geschichte voller fliegender Zauberer, pinken Schlössern und dicken verhexten Mauern. Sie spielen mit Körper und Stimme und lachen dabei.

Und dann kommt es doch noch fast zur Aufführung. Merlin Volk fordert die Kinder auf: „Macht alle mal die Augen zu und stellt euch vor, ihr steht hinter dem Vorhang eines Theaters, kurz bevor er aufgemacht wird. Ihr seid aufgeregt und gleich geht die Aufführung eures Stückes los.“ Ein ganz besonderer Moment, auch ohne Publikum.