KÜV

Gemeinden nehmen Ehrung für kinderfreundliche Kirchenarbeit entgegen

Kinder und Jugendliche wollen sich aktiv in ihrer Kirchengemeinde einsetzten und das Gemeindeleben mitgestalten.

Die Evangelische Landeskirche von Westfalen unterstützt dieses Engagement alle zwei Jahre mit einem Kindergipfel. Teilnehmen können Kinder im Alter von 6 bis 12 und deren ehrenamtliche Betreuer.

Diese Veranstaltung bietet Gelegenheit andere Gemeinden kennenzulernen, sich auszutauschen und gemeinsam Spaß zu haben.

Bei jedem Kindergipfel werden darüber hinaus „KÜV-Plaketten“ verliehen. Doch was bedeutet KÜV überhaupt?

Hinter dieser Abkürzung verbirgt sich der „Kirchen-Überwachungs-Verein“, der 2001 im Rahmen einer Ausschreibung der evangelischen Landeskirche initiiert wurde.

Kinder wurden aufgerufen sich zu überlegen, wie sie ihre Gemeinde und die Arbeit vor Ort beurteilen könnten.

Gewonnen hat ein Projekt, das Kinder alleine auf die Beine gestellt haben. Sie erarbeiteten eine Fotostory, in der sie die Idee dokumentierten, einen „Kirchen-Überwachungs-Verein“ zu gründen. Sie untersuchten das Leben innerhalb ihrer Gemeinde auf Kindertauglichkeit, bewerteten dabei die Kirchenmusik, den Pfarrer und Gemeindefeste.

Elke Kaika, Mitarbeiterin im Amt für Jugendarbeit der Landeskirche, ist nicht nur Pojektleiterin des Kindergipfels, sondern unterstütze schon von Beginn an diese Initiative in allen evangelischen Landeskirchen in Deutschland einzuführen.

Die Landeskirche entschied sich, den Kirchen-Überwachungs-Verein fortzuführen und Plaketten für die Gemeinden zu vergeben, die in ihren Kirchen die Bedürfnisse von Kindern berücksichtigen und diese an Entscheidungen beteiligen. Gemeinsam mit Vertretern der Landeskirche entwarf sie ein „Ckeck-Heft“, das die Kinder in ihrem Bestreben ihr Umfeld unter die Lupe zu nehmen unterstützt.

Darin sind acht Leitfragen und Anregungen enthalten, wie zum Beispiel der Kontakt zum Pfarrer oder der Pfarrerin und die Beteiligung von Kindern, zum Beispiel im Kindergottesdienst. Die Kinder können außerdem hinterfragen, wie viel Geld in die Kinder- und Jugendarbeit vor Ort fließt und wie sie nach außen politisch vertreten werden.

Doch wer erst einmal eine Plakette verliehen bekommen hat, kann nicht sicher sein, diese für immer behalten zu dürfen. Die Kinder der jeweiligen Gemeinde müssen im Abstand von zwei Jahren rückmelden, ob ihre Kirche sich weiterhin für sie einsetzt. Ist das nicht der Fall, muss die Plakette und somit die Anerkennung, zurückgegeben werden.

Das einzige Problem: Ziehen sich Kinder aus ihrer Gemeinde zurück, weil ihnen dort keine Plattform mehr geboten wird, melden sie dies nur noch selten zurück.

Bei diesem Kindergipfel wurde die KÜV-Plakette für die Jahre 2012-2014 gleich an sieben Gemeinden verliehen. Sogar aus Sachsen kamen die Kinder mit ihren Betreuern angereist, um die Anerkennung für ihre Arbeit und ihre Kirche entgegen zu nehmen.

Bei einer Feierstunde am Samstagabend überreichte Elke Kaika die Ehrungen, begleitet von untermalenden Klängen der Musiktheatergruppe und deren fröhlich bunten Kostümen.

Marie Kirschstein