Die Verbraucher von morgen

Die Verbraucher von morgen

245 ml zeigt der Messbecher von Laura nach einer Minute an. „Das war gar nicht so einfach“, sagt die Siebenjährige. Doch als ihr das Melkdiplom zusammen mit einer gekühlten Schokoladenmilch überreicht werden, strahlt sie. Das Mädchen aus Dortmund-Brackel steht inmitten von 15 anderen Kindern, die sich zum Workshop „Vom Gras bis zur Milch“ am grünen Anhänger des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes auf dem Kindergipfel 2016 versammelt haben. Gerade konnten sie an der lebensgroßen Kuh aus Plastik das Melken üben. Nun lernen die Kinder wie ein Bauernhof funktioniert und können auch dabei viel ausprobieren. Sie ertasten verschiedene Pflanzen und Getreidearten, bekommen den Aufbau eines Kuhstalls in einer Miniatur veranschaulicht und versuchen sich in einem Simulator beim Traktorfahren.

„Wir wollen die Kinder einladen sich mit dem Thema zu beschäftigen, um zu sehen wie ihre Lebensmittel hergestellt werden“, sagt Petra Dress-Hagen vom Landwirtschaftsverband, die zusammen mit ihrer Praktikantin Saskia den Workshop anleitet. Dies kann der Nachwuchs auch an der nächsten Station, wo sie Weizen zu Mehl machen. Mit vollem Krafteinsatz bringen die Kinder die kleinen Handmühlen ans Laufen. Damit wird heute Abend Brot für den Gottesdienst am Sonntag gebacken. Das findet Laura anstrengend und bittet ein anderes Mädchen ihr zu helfen. „Zusammen geht das viel besser“, sagt sie.

Der Landwirtschaftsverband spricht vor allem Schulklassen mit seinem Programm „Lernort Bauernhof“ an, sich die Betriebe in der Nähe mal genauer anschauen wollen. „Wir wollen ein reales Bild schaffen und in Diskussion treten“, sagt Dress-Hagen. „Es ist besser miteinander statt übereinander zu reden und deshalb fangen wir hier an. Schließlich sind die Kinder die Verbraucher von morgen.“

Neben den Aktionen erklärt sie den Kindern, wie Käse und Joghurt entstehen und welche verschiedenen Bodenarten für den Ackerbau in Frage kommen. Zum Andenken dürfen alle dann noch einen eigenen kleinen Topf mit Kresse bepflanzen.

„Das hat richtig viel Spaß gemacht“, sagt Laura und auch die anderen Kinder stimmen ihr zu. „Am besten war auf jeden Fall das Kuhmelken, bei zweiten Versuch habe ich sogar 300 ml geschafft“, berichtet sie stolz. 

Alex Haufschild