Mehr als nur nass

Mehr als nur nass

 

Es kann heiß oder auch kalt sein, fest oder flüssig, klar oder trüb, doch eines können wir nicht; ohne es leben. Unter einem jahrhundertalten Wallnussbaum direkt an der Ruhr finden sich 14 Nachwuchsforscher. Sie sind dabei zu verstehen, warum Wasser für alle Menschen so wichtig ist. Hier lernen sie von der Naturpädagogin Dagmar Potten, dass Wasser mehr ist als nur nass. Gemeinsam stellen sie die Unterschiede zwischen dem Wasser aus der Ruhr, aus dem Wasserhahn und Zuckerwasser fest. Ausgerüstet mit Wasserteststreifen untersuchen sie die Flüssigkeiten auf Schadstoffe und stellen fest, dass die Belastung in der Ruhr wesentlich höher ist als in unserem Leitungswasser. Die Jungs und Mädchen zwischen acht und zwölf Jahren kommen nach einiger Forschung zusammen mit Frau Potten zu dem Entschluss, dass die Schadstoffe beispielsweise durch den Dünger von Feldern in das Grundwasser gelangen. Ein Junge bringt den Begriff des Wasserkreislaufes ein, das heißt dass beispielsweise Wasser aus der Ruhr verdunstet. Dieses verdunstete Wasser wird zu einer Regenwolke, die dann das mit Schadstoffen belastete Wasser überall hin verteilt. Dadurch gelangen die Schadstoffe in all unser Wasser. Den Kindern wird klar, dass schon eine einzige Verunreinigung all unser Wasser verschmutzen kann – und somit, wie wichtig es ist, unser Wasser zu schützen.

Um aber zu verstehen, was Wasser eigentlich ganz genau ist, verteilt Frau Potten nun blaue Knete als Symbol für Wasserstoff und weiße Knete als Symbol für Sauerstoff. Die Teilnehmer formen daraus zusammen mit Zahnstochern ein Atommodell des Wassers. So verstehen sie spielend die Zusammensetzung des Stoffes, der an diesem Vormittag im Mittelpunkt steht. Dagmar Potten möchte die Jungs und Mädchen aber vielmehr dazu bringen, die Natur wertzuschätzen. Es ist ihr erster Kindergipfel – und sie ist begeistert: „Ich finde es toll, dass die Kirche so etwas unterstützt. Unser Thema passt natürlich perfekt zu dem des Kindergipfel in diesem Jahr. Kinder müssen wieder lernen die Natur wertzuschätzen“.

Doch der Workshop baut nicht nur auf wissenschaftliche Arbeit mit den Teilnehmern auf. Durch ein Spiel wird das neu erlangte Wissen auch vertieft: Bei einer Art Kettenfangen teilt sich die Gruppe in Wasser- und Sauerstoffatome auf, die sie verkörpern. Nun müssen sich immer zwei Wasserstoffatome mit einem Sauerstoffatom zusammenfinden – dem Aufbau von Wasser (H₂O) entsprechend. Bei einem anderen Spiel sollen die Kinder Wasser aus einem Eimer über eine Distanz von fünf Metern in einen anderen befördern. Dabei müssen sie bei der Wahl ihrer Methode kreativ werden. Zuerst probieren sie es mit Schwämmen, beim nächsten Mal mit den bloßen Händen. Zum Schluss gibt es eine Abschlussrunde, in der die Kinder gemeinsam mit Frau Potten reflektieren, was sie heute gelernt haben. Sei es, dass man durch den Kauf von natürlichem Dünger die Verschmutzung des Grundwassers senken kann, oder, dass zu viel Wasser für den Menschen genauso ungesund sein kann wie zu wenig. Bevor der Workshop endet, sind sich alle Kinder einig: die Erde ist schön, wir dürfen sie nicht kaputt machen.

Max Bier